Müssen Anwälte beim Amtsgericht Robe tragen?

Urteil - Im Namen des Volkes

In Augsburg schon. Ein Münchener Anwalt erschien in einem Zivilprozess vor dem Amtsgericht Augsburg ohne Robe. Da sich der Richter deswegen weigerte in die Verhandlung einzutreten, wurden die Parteien  nach Hause geschickt und ein neuer Termin anberaumt. Der Münchener Anwalt sah in dem Verhalten des Richters eine Amtspflichtverletzung und verlangte Schadensersatz in Form von Fahrtkosten und Verdienstausfall.

Das Augsburger Landgericht hat die Klage des Anwalts abgewiesen. Es entspreche dem Gewohnheitsrecht, dass vor den Gerichten auch Anwälte eine Robe tragen müssten. Durch die Robe als Amtstracht würden Richter wie Rechtsanwälte als Organe der Rechtspflege kenntlich gemacht.

Der Münchener Anwalt teilte mit, dass er bei den Amtsgerichten in Zivilsachen nie eine Robe mitnehme und deshalb noch kein Prozess abgebrochen worden sei. Er kündigte an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.

Er ist der Auffassung, dass Rechtsanwälte nicht verpflichtet sind, beim Amtsgericht in Zivilsachen in Robe aufzutreten. Er trage sie dann, wenn er muss – zum Beispiel vor dem Landgericht. Andernfalls sei er froh, ein Gepäckstück weniger herumtragen zu müssen.

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